Der Krieg im Iran hat die Energiemärkte in Bewegung gebracht und macht sich inzwischen direkt im Reisealltag von Geschäftsreisenden bemerkbar. Die Kerosinpreise sind massiv gestiegen, und Fluggesellschaften reagieren darauf mit höheren Ticketpreisen, neuen Kerosinzuschlägen, Umroutungen und zum Teil mit der Streichung ganzer Verbindungen.
Kerosin wird knapp
Die EU bezieht nach Angaben von EU-Energiekommissar Dan Jørgensen mehr als 40 Prozent ihres Kerosins aus der Golfregion. Länder wie China, Südkorea und Thailand haben ihre Kerosinexporte bereits eingestellt oder stark begrenzt. Flugbenzin ist aktuell eines der knappsten Produkte auf dem europäischen Energiemarkt. Erste Flughäfen rationieren ihren Treibstoff und empfehlen Fluggesellschaften, anderswo zu tanken.
Längere Routen, höhere Kosten
Da viele Airlines den Luftraum im Nahen Osten aus Sicherheitsgründen meiden, müssen sie längere Routen fliegen. Jens Bischof, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, hat in einem Bericht der Frankfurter Rundschau vorgerechnet, dass sich die Flugzeiten nach Asien für europäische Airlines aktuell um ein bis drei Stunden verlängert haben. Das entspricht einem Mehrverbrauch von zehn bis 25 Prozent Treibstoff pro Flug, Kosten die letztlich auf den Ticketpreis umgelegt werden.
Weniger Flüge, mehr Nachfrage
Globale Drehkreuze wie Dubai, Abu Dhabi und Doha arbeiten derzeit nur eingeschränkt. Die Golf-Carrier, die einen erheblichen Anteil der Kapazitäten zwischen Europa und Asien tragen, fallen damit weitgehend aus. Europäische Gesellschaften haben zwar zusätzliche Direktflüge aufgelegt, Branchenexperten gehen jedoch davon aus, dass die Kapazitäten nicht ausreichen, um die Lücke vollständig zu schließen. Ein kleineres Angebot bei gleichbleibender Nachfrage treibt die Preise weiter.
Wie lange dauert das noch?
IATA-Generaldirektor Willie Walsh rechnet damit, dass die globale Kerosinversorgung selbst im Fall einer dauerhaften Öffnung der Straße von Hormus noch Monate brauchen wird, um sich zu normalisieren.
Was das für Ihre Reiseplanung bedeutet
Wer Geschäftsreisen nach Asien plant, sollte aktuell etwas mehr Vorlaufzeit einplanen und bei der Routenwahl offen bleiben. Die Situation ist dynamisch, aber beherrschbar. Wir behalten die Entwicklungen für Sie im Blick und helfen Ihnen, die jeweils beste verfügbare Option zu finden, egal wohin die Reise geht.
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